Samstag, 17. Juni 2017

Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! (Mt 9,8)

11 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mt 9, 36 - 10, 8

 

In jener Zeit,

36als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.

37Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.

38Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.

1Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.

2Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,

3Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,

4Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.

5Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter,

6sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

7geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.

8Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! (Mt 9,8)

 

Hier ist ein Auftrag Jesu, den wir heute kaum noch befolgen. Jesus sagt nicht: Bittet Gott, dass er Krankheiten heilt, Tote auferweckt usw. Jesus gibt  uns den Auftrag, dies zu tun. Wo ist der Unterschied? Es mag kleinlich klingen, aber ich kann beten: „Jesus, hilf meiner Schwester, dass sie nicht mehr so große Schmerzen hat!", oder ich bete: „Im Namen Jesu, Schmerz verschwinde!" Jesus hatte uns in einem Gleichnis gesagt, wir sollen zu dem Berg sprechen, und dann bewegt er sich fort (Mt 17,20). So hat es uns Jesus erklärt, und so sollten wir es tun. Warum tun wir es nicht?

 

Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!

 

Statt Gott zu sagen, wie groß unsere Probleme sind, sollen wir zu den „Bergen" sprechen, dass sie sich bewegen sollen, im Namen Jesu. Aber diese Art zu beten ist für uns ungewohnt. Vielleicht ist das der Grund, warum wir es nicht tun. Wir Menschen sind „Gewohnheitstiere", wir wollen am liebsten immer das wiederholen, was wir gewohnt sind. Jemand sagte einmal: „Unser Gehirn will immer mehr desselben", statt etwas Neues auszuprobieren. Das Neue macht häufig Angst. Wir müssen Furcht überwinden, vor allem auch Menschenfurcht.

 

Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!

 

Aber wir könnten diese Art des Betens, die Jesus uns im Evangelium lehrt, doch einmal ausprobieren. Statt nur zu beten „lieber Gott, hilf mir", könnten wir mal „zu den Bergen sprechen". Wenn wir dies tun, dann erfüllen wir Jesu Auftrag. Wir können es ihm zu liebe tun, weil er es gesagt hat. Wir sprechen einfach hinein in die Probleme, in die Krankheiten, im Namen Jesu. Wir sagen ihnen, was geschehen soll, und sie müssen dem Wort Jesu, das wir in seinem Namen sprechen, gehorchen.

 

Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!

 

Vielleicht stoßen wir dann noch auf ein anderes Problem. Wir könnten uns fragen, ob es Jesu Wille ist, dass jemand geheilt wird. In der Bibel gibt es eine Person, die unsicher war, ob Jesus ihn heilen wolle, ein Aussätziger. Aber Jesus sagte klar: „Ich will es" (Mt 8,3). Und ich lese auch nichts von einer solchen Einschränkung im Evangelium. Jesus sagt nicht: „In ganz bestimmten Fällen, wenn ihr vorher genau geprüft habt, ob es wirklich der Wille Gottes ist, dann heilt Kranke!" Das wäre auch sehr kompliziert. Wenn Jesus uns den Auftrag gibt, dann sollen wir ihn ausführen, ohne Wenn und Aber.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir immer von dir lernen können. Immer mehr zeigst du uns, immer mehr führst du uns in die volle Wahrheit ein durch den Heiligen Geist, den du uns sendest. Ja, Heiliger Geist, ich will mich ganz deinem Wirken überlassen, will dir keinerlei Grenzen setzen. Hilf mir, alle Angst zu überwinden und ganz von dir geführt zu werden. Und wenn Probleme auftauchen, dann will ich zu den Problemen im Namen Jesus sprechen, dass sie sich lösen müssen.

 

 

Pastor Roland Bohnen