Donnerstag, 15. Juni 2017

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. (Joh 6,51)

FRONLEICHNAM

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 6,51-58.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

 

Tagesimpuls:

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. (Joh 6,51)

 

Die Eucharistie, die wir feiern, ist ein Zeichen für die Hingabe Jesu. Immer wieder beten wir: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit." Die Hingabe Jesu soll in unserem Gedächtnis bleiben. Jesus wusste, dass es mehr braucht als nur das Wort der Bibel, in dem alles überliefert ist. Es braucht auch Feste, die uns die Glaubensgeheimnisse immer wieder vor Augen stellen. Im weltlichen Leben ist das ähnlich. Besonders wichtige geschichtliche Ereignisse werden in Festen regelmäßig gefeiert, damit sie im Bewusstsein der Menschen bleiben.

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

Was in der Eucharistie gefeiert wird, ist das zentrale Heilsereignis, Jesu Hingabe am Kreuz. Es ist sein Opfer. Es ist ein ungeheuer großes Opfer, was er für uns gebracht hat, Ausdruck seiner vollkommen Liebe zu uns. Unser Leben als Christen muss diese Haltung Jesu widerspiegeln. In unserem Leben muss auch irgendwie ablesbar sein, wie Jesus gelebt hat. Das heißt, dass es auch in unserem Leben diese Hingabe geben muss, Opfer aus Liebe für unsere Mitmenschen.

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

Wie kann das aussehen? Ein Christ darf kein Egoist sein. Unser Leben als Christen ist nicht echt, wenn es nicht irgendwie von Opfern geprägt ist, die wir für unsere Mitmenschen bringen. Jesus sagt öfter: „Wer sich selbst verliert, der wird das Leben gewinnen." (Z.B. Mt 10,39) In der heutigen Gesellschaft hören wir eher andere Stimmen. Wir hören, dass wir für uns selbst sorgen müssten. Jeder Mensch versucht, in diesem Leben glücklich zu werden. Wir wollen nicht auf das Jenseits vertröstet werden. Wir wollen das Glück jetzt und sofort. Wenn jemand Opfer verlangt, dann stört das. Das ist unpopulär. Und dennoch ist es so, dass wir ohne Opfer nie glücklich werden können. Gerade der christliche Weg macht uns glücklich, während wir auf dem weltlichen Weg oft enttäuscht werden.

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

Das heutige Fest soll uns ermutigen den christlichen Weg neu einzuschlagen, mit neuem Mut, mit erneuerter Motivation. Die Betrachtung des Leibes Christi während der Prozession soll uns anregen, auf die Hingabe Jesu zu schauen, und wir sollen uns vornehmen, selber auch in der Haltung der Hingabe zu leben, Opfer, die wir aus Liebe für unsere Mitmenschen bringen, nicht zu scheuen. Die Betrachtung des Leibes Christi wird uns neue Kraft schenken, so dass wir mit neuem Mut voranschreiten in unserem Leben als Christen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für dein Beispiel der Hingabe. Ich will leben wie du. Ich erlebe zwar täglich meine Schwachheit, und immer wieder verweigere ich das Opfer, suche mein Glück, meine Bequemlichkeit, suche den leichteren Weg. Aber heute will ich deine Hingabe betrachten. Bitte schenke mir dadurch die Kraft, so zu leben wie du, dass auch mein Leben geprägt wird von Liebe und Hingabe.

 

 

Pastor Roland Bohnen