Samstag, 15. April 2017

Voll Furcht und großer Freude! (Mt 28,8)

OSTERNACHT

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 28,1-10.

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee.
Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden.
Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.
Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.
Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Voll Furcht und großer Freude! (Mt 28,8)

 

Die Auferstehung Jesu ist so gewaltig, dass sie die Menschen zugleich mit Furcht und mit Freude erfüllt. Gottesfurcht, Ehrfurcht, ist eine Erfahrung, die uns den Respekt spüren lässt gegenüber der Größe Gottes, gegenüber der Tragweite dessen, was hier vor sich geht. Wenn die Gottesfurcht verloren geht, dann wird der Glaube banal, dann gewöhnt man sich an den Gedanken Gottes, man sieht Gott nur noch wie einen guten Kumpel. Wir brauchen auch in unserem Leben die Gottesfurcht. Wir brauchen den Respekt gegenüber der Gewaltigkeit seiner Taten, wir brauchen auch eine gewisse Furcht davor, seine Gebote zu übertreten.

 

Voll Furcht und großer Freude!

 

Und zugleich ist da die große Freude! Diese beiden Gefühle können zusammen auftreten. Man kann durchaus ein Gefühl für die Größe und Erhabenheit Gottes haben und eine Große Freude. Freuen kann man sich z.B. über ein Geschenk, das nicht selbstverständlich ist, das man nicht verdient hat. Wenn wir Ehrfurcht und Respekt gegenüber Gott haben, dann können wir uns auch über seine Zuwendung freuen. Diese Freude kann man nicht rational erklären. Es ist eine Herzenssache. Es ist genauso wie das Weinen über den Tod Jesu. Das sind Gefühlsregungen, die einen berühren, und es sind Gnaden, die einem verliehen werden.

 

Voll Furcht und großer Freude!

 

Bitten wir Gott um die Gnade, dass uns die Heilereignisse tief berühren, ja tief erschüttern! Die Auferstehung soll für uns nichts Selbstverständliches werden. Wir wollen immer wieder staunen, auch ein wenig zittern, bei dem, was hier geschieht. Zugleich bitten wir Gott auch, dass er uns die übernatürliche Freude ins Herz schenkt. Die Freude an seiner Gegenwart, an seiner Liebe, an seiner Zuwendung.

 

Gebet:

Jesus, danke für das Fest der Auferstehung. Wir bitten dich: Berühre unsere Herzen! Lass uns Trauer empfinden über deinen Tod, lass uns in Ehrfurcht erbeben über deine göttliche Erhabenheit, lass uns große Freude empfinden über deine Auferstehung!

 

 

Pastor Roland Bohnen