Dienstag, 25. April 2017

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen. (Mk 16,17)

HEILIGER MARKUS – FEST 

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 16,15-20.

In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!
Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.
Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;
wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ.

 

Tagesimpuls:

 

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen. (Mk 16,17)

 

Jesus sendet die elf Apostel aus, dass sie das Evangelium verkünden. Die Verkündigung soll bekräftigt werden durch Zeichen und Wunder, die Gott tun wird. Einige haben daraus geschlossen, dass Zeichen und Wunder nur in der Zeit der Apostel geschehen würden, danach aber nicht mehr. Jesus spricht aber ausdrücklich auch über die, die durch die Verkündigung der Apostel zum Glauben kommen. Und hier macht er keine Einschränkungen. Er spricht nicht von den Nachfolgern der Apostel, etwa von Bischöfen oder Priestern. Er spricht über die, die durch die Verkündigung der Apostel zum Glauben kommen. Und die werden wiederum das Evangelium verkünden, und deren Verkündigung wird wiederum begleitet durch Zeichen und Wunder, die Gott tut.

 

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen.

 

Vor kurzem hörte ich in einem Vortrag, dass das Ständewesen eine Einrichtung des Mittelalters war. Alle Menschen der Gesellschaft wurden in Stände eingeteilt. Und so gab es in der Kirche auch den Klerikerstand. Aber Jesus will, dass wir alle eine Familie sind.  Im neuen Testament gibt es verschiedene Dienste, aber keine Stände. Ich will nicht gegen das Weiheamt sprechen. Aber das Weiheamt ist ein Dienst am Volk Gottes. Jesus wollte aber keine unterschiedlichen Kategorien von Christen, schon gar nicht so etwas wie Christen erster und zweiter Klasse. Unbeschadet der Tatsache, dass es verschiedene Dienste gibt, so ist doch jeder berufen, sein Leben Jesus hinzugeben, Jünger Jesu zu sein, Kranken die Hände aufzulegen und zu beten. Man kann nicht sagen, dass die Beispiele, die Jesus hier erwähnt (Dämonen austreiben, in Sprachen beten, tödliches Gift trinken, Kranken die Hände auflegen) nur den Bischöfen und Priestern vorbehalten wären. Nein, das sind Beispiele für Charismen, die allen Gläubigen zuteil werden.

 

Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen.

 

Unsere Generation hat dies wieder entdeckt, und dafür sind wir sehr dankbar. Wir alle sind Mitglieder einer großen Familie der Kinder Gottes. Wir sind dankbar für die verschiedenen Dienste und Ämter. Aber diese Dienste sind nicht dazu da, Menschen vom Weg der Jüngerschaft auszuschließen. Der geweihte Priester darf die Sakramente spenden, das ist seine Aufgabe. Aber im Gebet und im Leben als Christ sind wir alle gleich. Jeder ist berufen alles zu geben, heilig zu leben und das übernatürliche Leben mit den Wundern Gottes zu erfahren.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die Kirche, für unsere Berufungen. Ich danke dir, für alles, was du in unserer Generation geschenkt hast. Ich danke dir, dass wir uns nicht mehr am mittelalterlichen Ständewesen orientieren sollen, dass die Menschen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt hat. Ich danke dir, dass wir alle zu einer Familie gehören. Ich danke dir, dass deine Verheißungen allen gelten, nicht nur den Priestern. Ich danke dir auch für die wunderbaren Aufgaben, die du den Priestern zugedacht hast: Die Sakramente zu spenden und so das Volk Gottes auszurüsten für seinen Dienst. Ich bitte dich, hilf uns, als Volk Gottes noch lebendiger zu werden, noch mehr im Übernatürlichen zu leben. Lass uns noch mehr als eine große Familie leben mit vielen Diensten, aber jeder in der Berufung, dein Jünger zu sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen