Donnerstag, 20. April 2017

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. (Lk 24,39)

Osteroktav – Donnerstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 24,35-48.

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.
Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür.

 

Tagesimpuls:

 

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. (Lk 24,39)

 

Jesu Auferstehung ist nicht etwas, was sich nur in den Köpfen der Jünger zugetragen hat. Es ist eine reale Tatsache. Man darf die Auferstehung Jesu nicht „vergeistigen", so als hätte sie sich nicht in der realen Wirklichkeit zugetragen. Die Auferstehung ist mehr als nur eine Vision. Visionen können echt sein, sie können von Gott geschenkt werden, ähnlich wie Träume. Aber die Auferstehung ist etwas anderes. Sie ist ein reales Faktum, was sich in der Wirklichkeit zugetragen hat, nicht nur im Inneren eines oder vieler Menschen.

 

Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

 

Jesus ist leiblich auferstanden, er hatte einen Leib, den man anfassen konnte, mit dem er essen und trinken konnte. Wenn die Jünger Jesus gefragt hätten: „Kneif mich mal bitte, damit ich weiß, ob ich das jetzt nicht nur träume", dann hätte Jesus sie gekniffen, und es hätte echt weh getan. Genauso real und leibhaftig ist die Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Es mag stimmen, dass Glaube und Religion in der Regel sehr viel mit Geist, Gedanken und Ideen zu tun hat. Aber unser christlicher Glaube geht weit über diesen geistigen Bereich hinaus. Jesus ist leiblich auferstanden, die Eucharistie ist leiblich, die Kirche, in der Jesus durch die Geschichte hinweg lebt, ist leiblich, sie ist ein Teil dieser realen Welt. Das ist der Grund, warum Jesus Menschen auch körperlich geheilt hat, warum wir auch an körperliche Heilung glauben. Und wir glauben an die leibliche Auferstehung, an ein neues Leben und an eine neue Schöpfung mit Seele und Leib und Welt und allem, was dazu gehört. Der Körper ist nicht unwichtig, er ist die Weise, wie wir Menschen sind, wie Gott uns geschaffen hat. Deswegen dürfen wir mit dem Körper nicht einfach machen, was wir wollen, wir sollen ihn heilig halten. Das Ziel des Lebens besteht nicht darin, die Körperlichkeit zu überwinden, sondern mit diesem Leib heilig zu werden und dann mit dem neuen Leib im Himmel an der Auferstehung teilzuhaben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass deine Auferstehung real ist, dass sie sich in dieser Welt zugetragen hat als historisches Ereignis. Ich danke dir, dass du uns damit gezeigt hast, wie wichtig der Körper ist. Ich will meinen Körper heilig halten, denn du hast mich so geschaffen. Jesus, hilf mir, dass ich meinem Leib nicht schade, und heile mich in meiner Seele, und meinen Lieb.

 

 

Pastor Roland Bohnen