Dienstag, 11. April 2017

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. (Joh 13,27)

Karwoche – Dienstag

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn ‪13,21-33.36-38.

‪In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.

‪Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.

‪Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.

‪Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.

‪Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?

‪Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

‪Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!

‪Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.

‪Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.

‪Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.

‪Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.

‪Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.

‪Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

‪Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.

‪Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.

‪Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. (Joh 13,27)

 

Es kann sein, dass ein Mensch so zusagen ein Spielball des Bösen wird. Paulus sagt, wir sind „Sklaven der Sünde" (Röm 6,16). Jesus benutzt diese Formulierung auch in Joh 8,34. Das Böse beherrscht den Menschen dann, und man kann sich dem nicht mehr widersetzen. Der Mensch ist in solchen Situationen nicht mehr frei.

 

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn.

 

Das heißt aber nicht, dass er keine Verantwortung tragen würde. Unsere Verantwortung besteht darin, es nicht so weit kommen zu lassen. Die Sklaverei der Sünde ist das Ergebnis einer Eskalation. Wenn man mitten auf einer Rutschbahn in die Tiefe rutscht, kann man nicht mehr bremsen. Aber irgendwann einmal hat man sich oben auf die Rutschbahn gesetzt. Da hatte man noch die Wahl: Will ich wirklich nach unten rutschen? Da hätte man noch anders gekonnt. Es kommt darauf an, dass wir diese Punkte herausfinden. Wo habe ich falsche Entscheidungen getroffen, so dass es so weit kommen konnte mit mir?

 

Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn.

 

Was uns immer retten kann, ist die Beziehung zu Jesus. Die stärkste Form, wie wir mit Jesus neue Freiheit gewinnen können, ist die Beichte. Jede Beichte ist auch ein „Exorzismus", der die Kraft des Bösen bricht und verbannt. Jesus will uns frei machen von der Sklaverei der Sünde, er will uns ganz befreien. Es geht nur mit seiner Gnade, mit seiner Hilfe, mit seiner Kraft. Ohne diese Hilfe werden wir es nicht schaffen, da bleiben wir Spielball des Bösen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die Freiheit, die du schenkst. Befreie mich von der Macht des Bösen! Hilf mir, in dir ganz frei zu werden für das Gute! Ich danke dir, dass du Freiheit schenkst, und dass durch deine Gnade unser Leben gut wird.

 

 

Pastor Roland Bohnen