Samstag, 22. April 2017

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. (Joh 20,26)

02 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM

Joh 20, 19-31

 

19Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 

20Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. 

21Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 

22Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 

23Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. 

24Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 

25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. 

26Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! 

27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 

28Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! 

29Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. 

30Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. 

31Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. (Joh 20,26)

 

Wir reden oft vom ungläubigen Thomas. Dabei übersehen wir manchmal, dass Thomas genau eine Woche ungläubig gewesen ist, danach nicht mehr. Thomas hatte Zweifel, er war skeptisch. Das Gute dabei war, dass er seine Zweifel geäußert hat in der Gemeinschaft der anderen Jünger. So konnten sie darüber sprechen. Ganz sicher haben die anderen ihm gesagt: „Komm doch noch mal dazu! Komm doch am nächsten Sonntag einfach mit uns. Vielleicht erscheint Jesus noch einmal, und dann kannst du ihn auch sehen."

 

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei.

 

Wir lernen also: Wenn jemand Zweifel hat, dann helfen zwei Dinge. Das erste ist das Gespräch, und das zweite ist, dass man sonntags mitkommt mit den anderen Jüngern Jesu. Für uns heute ist es die Eucharistiefeier, zu der wir uns versammeln. Es ist interessant. Die Jünger starten keine Überredungsversuche. Sie sagen einfach: „Komm doch nächsten Sonntag mit!" Das erinnert an Jesus, der gesagt hatte: „Kommt uns seht!" (Joh 1,39).

 

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei.

 

Um Jesus zu erfahren, um unsere Zweifel auszuräumen, müssen wir dabei sein und mitmachen. Wenn wir sonntags zur Eucharistiefeier gehen mit offenem Herzen, dann wird Jesus die Gelegenheit bekommen, sich uns zu offenbaren. Meine Erfahrung ist, dass Menschen, die lange nicht mehr im Gottesdienst waren, wenn sie dann nach so einem motivierenden Gespräch doch wieder kommen, dann den Gottesdienst sehr positiv erleben. Es lohnt sich also, Menschen zur Eucharistiefeier einzuladen. Die Eucharistiefeier am Sonntag ist ein hervorragender Weg, damit Menschen Christus kennen lernen.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass wir jeden Sonntag die Eucharistie feiern können. Du bist dann unter uns. Und jeder, der noch Zweifel hat, hat die Möglichkeit, dich dort tiefer kennen zu lernen. Jesus, wir bitten dich für die vielen Menschen, die jetzt noch an dir zweifeln: Lass sie dich kennenlernen. Hilf uns, dass wir ihnen von deiner Liebe Zeugnis geben, und dass wir sie zur Eucharistiefeier einladen.

 

 

Pastor Roland Bohnen